Theater wurde ausgeblutet

Nordhausen (mh) Wir als Junge Liberale in Nordhausen fordern, dass die Verantwortlichen in der Theaterproblematik sich endlich einmal ihre Fehler eingestehen und sich bewusst machen: Wer trägt denn die Verantwortung, für die katastrophale Situation in der das Nordhäuser Theater jetzt steckt? Man hat das Theater doch buchstäblich ausbluten lassen. Die Verantwortlichen müssen sich jetzt einmal zu ihren Fehlern bekennen und sich aus diesem Bereich zurückziehen.

Es kann doch nicht angehen, dass der Vorsitzende des Aufsichtrates, der seit Jahren Verantwortung trägt, erst beginnt zu handeln, wenn es schon zu spät ist. Und dieses obwohl er genau weiß, dass er seine Vorhaben nie umsetzen kann. Es gibt durchaus Städte, die ihr Theater vermarktet haben und es auch verstehen es als Kongresshalle zu nutzen. Aber in Nordhausen kommt über Jahre niemand auf solche Ideen. Obwohl die Investitionen sehr gering wären. Erst jetzt wo das Theater kurz vorm Ende ist, beginnt man zu handeln.

Ebenso wird auch von Seiten der Stadt nichts versucht, um jungen Leuten das Theater näher zubringen. So wäre es doch das einfachste der Welt. Man könnte beispielsweise die Theaterspielpläne mit den zu behandelnden Büchern in den Schullehrplänen abgleichen und versuchen, damit junge Menschen über Jahre hinweg an ihr Theater heranzuführen.

Sieht man den Realitäten ins Auge, muss man erkennen, dass das Schauspiel ohne eine bessere Finanzierung nicht länger zu erhalten ist. Und wenn man sich dann den Haushalt unserer Stadt betrachtet, muss man auch erkennen, das keine Mittel mehr da sind. Das Sprachentheater ist nicht mehr zu halten, nur traut sich keiner das zu sagen. Und das ist nur der Anfang, die aktuellen Pläne werden Millionen verschlingen, aber das Problem nicht lösen. Man schiebt das Unvermeidliche nur immer weiter hinaus.

Die Verantwortung daran tragen unsere Volksvertreter im Stadtrat und man kann nur hoffen, dass die Nordhäuser Bürger erkennen, wer wirklich für das Ende ihres Dreisparten-Theaters verantwortlich ist. Jahrelanges Zuschauen beim Schwund des Publikums, schlechte Personalpolitik und Unprofessionalität von Seiten der Stadt, hat Nordhausen in diese Lage gebracht.
Marcel Hardrath, JuLi Nordhausen

Artikel vom 06.07.2002